Mein Studio als Fotografin war super, bis ich gemerkt habe, dass ich darin kleiner wurde

Ich erinnere mich noch genau an diesen Moment 2021.
Der Duft von frischen Kaffee, ein bisschen Chaos auf dem Studiotisch, Farbmuster, Objektive, erste Testfotos. Ich stand mitten in meinem Studio als Fotografin, das ich mit einer Kollegin teilte. Zwei Fotografinnen, zwei (ähnliche) Stile, eine gemeinsame Vision: Ein Ort für Kreativität.
Und ehrlich?
Es war großartig. Gerade in der Covid-Zeit war dieses Studio unser sicherer Hafen. Wir haben so viel gelacht, improvisiert und gelernt.
Aber irgendwann kam dieser Gedanke:
– Katya
Ich habe zwar ein Studio, aber keine Marke.
Ich wollte nicht mehr „eine von vielen Fotografinnen mit Studio“ sein.
Ich wollte für etwas stehen.
Also habe ich etwas getan, das sich gleichzeitig richtig und völlig verrückt anfühlte: Ich habe alles neu gemacht. Eigenes Studio als Fotografin, Illustrationen, Logo, Farben, Werte.
Und weißt du was?
Das war nicht nur schön, das war unbequem.
Denn ich habe das alles online geteilt und dabei Menschen verloren.
Follower, die mich mochten, als mein Feed einfach nur „ästhetisch“ war. Aber gleichzeitig habe ich viel mehr Menschen gewonnen, die sich erstmals wirklich angesprochen fühlten. Mehr echte Gespräche, mehr Sichtbarkeit. Nicht, weil ich mehr gepostet habe, sondern, weil ich mehr zur Marke geworden bin.
Und das war der Moment, in dem ich verstanden habe:
Schöne Fotos sind super.
Aber eine klare Haltung ist unbezahlbar.
Finde dein Thema und deine Haltung dazu
noch einmal ganz klar: dein Thema ist nicht dein Angebot.
Wenn du Babybauch-Shootings machst, heißt das nicht, dass dein Thema „Schwangerschaft“ ist. Dein Thema steht darüber, es ist das, wofür du wirklich stehst, was dich ausmacht, was deine Werte widerspiegelt.
Dein Thema sollte etwas sein, über das du stundenlang quatschen könntest, ohne dass dir die Worte ausgehen. Es ist der rote Faden, der deine Marke trägt, durch jeden Post, jede Story, jedes Reel.
Wenn du es gefunden hast, wird sichtbar, wer du bist und genau die richtigen Menschen fühlen sich zu dir hingezogen.
So hast du nicht einfach nur ein Studio als Fotografin
Nimm dir einen Moment Zeit und überlege:
Was ist dein Thema? Wofür stehst du wirklich, über dein Angebot hinaus?
Welche eigenen Unsicherheiten oder Ängste tauchen auf, wenn du fotografiert wirst und wie könntest du diese Gefühle für andere sichtbar machen?
Wofür brennst du in deiner Freizeit? Welche Themen begeistern dich, unabhängig von Fotografie? Nachhaltigkeit, Empathie, Traditionen, Naturverbundenheit, Rituale, Reisen? Filme & Serien? (Da könnt ich auch stundenlang drüber sprechen. Wie Spiegelungen in Brillengläsern vermieden werden oder natürliches Licht nachgeahmt wird. Wusstest du, dass es eine Person gibt, die die ganze Zeit an der Kamera sitzt und die Menschen scharf stellt? Nix mit Augenerkennung. Nennt sich Focus-Puller.)
Welche wiederkehrenden Sätze oder Inhalte tauchen in deinen Rezensionen auf? Was loben Kund:innen immer wieder?
Welche Fragen werden dir am häufigsten gestellt? Worauf wollen Menschen immer wieder eine Antwort?
Ohne Thema wirst du bald unsichtbar
Wenn du sichtbar bleiben willst, musst du für Themen stehen.
Nicht für „Content“. Nicht für „schöne Bilder“. Sondern für das, wofür man dich bucht, wenn deine Bilder schon als schön abgehakt wurden.








